Freitag, 11. März 2016

Von transzendentalischen Weiten

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Jemand machte den Einwand, im Kantischen Sinne könne es keine transzendentalischen Weiten geben, sondern höchstens transzendentalisch zu erschließende.

Nun gut; da der Kant dieses „transzendental“ bzw. „transzendentalisch“ offenbar erfunden hat, darf er auch bestimmen, in welchem Sinne es zu verwenden ist. 

Doch dafür verstand er nix von der Dichtkunst. 

Würde er was von Dichtkunst verstehen, so müßte er sehen, daß das „transzendentalisch“ lautlich wie rhythmisch hier aufs Beste reinpaßt und daß nur höchste poetische Ignoranz davon absehen könnte, es an dieser Stelle so zu verwenden, wie es, eben, verwendet wurde.

Dafür werden immerhin die betrunkenen Eber in transzendentalische Weiten hineingejagt, und nicht etwa in transzendentalischen Weiten gejagt. Und die beschwipsten Revierförster bleiben im Diesseits.
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Mit kantischem Gruße
Euer
Wilhelm von Dorten


Sonntag, 6. März 2016

Von schwarzhaariger Rothaarigkeit

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Es geht mir rein ums Prinzip. 

Denn es kann nicht angehen, daß man den Rothaarigen ein Recht vorenthält, welches den Schwarzhaarigen gewährt wird. 

Man mag einwenden, Rothaarige, die als Schwarzhaarige bezeichnet werden wollen, könnten ihre Haare ja schwarz färben.

Doch darum geht es nicht. Vielleicht gefallen sie sich und anderen mit roten Haaren und wollen gar keine andere Haarfarbe? 

Ihr Recht aber, gleich den Schwarzhaarigen als Schwarzhaarige bezeichnet zu werden muß davon unberührt bleiben.

Gleiches Recht für alle!

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p.s. Beim morgendlichen Überfliegen der Schlagzeilen erfuhr ich von der Forderung einer schwedischen Vereinigung, auch für Männer das Abtreiben zu legalisieren.
 Vor zehn Jahren hätte ich das vorbehaltlos als Witz aufgefaßt; inzwischen aber bin ich mir vor dem Hintergrund des stark entwickelten Fortschritts nicht mehr ganz so sicher.
  Denn in der Tat: was soll man, was den Frauen erlaubt ist, nicht auch den Männern ausdrücklich erlauben?
 Gleiches Recht für alle!

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Mit fortschrittlichen Grüßen
Euer
Wilhelm von Dorten