Samstag, 16. März 2019

Vom höheren Selbst und von unhinterfragter Etikettengläubigkeit

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Wenn man denn in stillem Bemühen etwas hochgekraxelt ist und aus den Randbereichen des realen sogenannten "Höheren Selbst" sich selbst und anderen in dem gewohnten Alltagsbrei so zuguckt, kann man, zum Beispiel, die unhinterfragte Etikettengläubigkeit entdecken: wie aus ein paar zufälligen Einzelheiten, Voreingenommenheiten, Sympathien, Antipathien schnell mal ein Etikett zusammengebastelt (oder ein bereits von anderen erstelltes übernommen) wird, das man dann jemandem aufklebt; und so sieht man dann den Betreffenden; so ist er und kann nicht anders sein, jetzt und bis hin an sein Lebensende.

Und wenn man det denn so von der Seite her betrachtet, dämmert einem vielleicht, daß man ja im Grunde keine Ahnung hat, wer der so Etikettierte denn nun eigentlich ist, was er denkt, was er will; und vielleicht versteht man sogar, daß bei solchen Gepflogenheiten höchstens der Schein von sozialem Miteinander möglich ist.

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Wobei das "Fremdetikettieren" nur die eine Seite der Etikettenseuche ist. Man etikettiert ja auch sich selber; was dann in Richtung Pose geht, ins Schaffen eines "Image", das man, mitunter in fanatischer Inbrunst, mit sich selbst verwechselt.

Dann gibt es noch Mischformen; wie, zum Beispiel, den Ehrgeiz. Das Bestreben also, die Umgebung dazu zu bringen, einen mit als vorteilhaft empfundenen Etiketten zu bekleben, die man dann in wohltuender Selbstzufriedenheit mit sich selbst verwechseln darf.

(Wobei man, wenn man diese Zeilen so liest, den Ehrgeiz bitte nicht verwechseln soll mit dem Bedürfnis, verstanden zu werden; das hat rein gar nix miteinander zu tun.  – Dies nur so zum Sagen; der Unterschied könnte bei Bedarf ausführlich dargestellt werden).

– So weit mal dies, als skizzierte allgemeine Anmerkung.
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Mit esoterischem Gruße

Euer

Wilhelm von Dorten

 

Dienstag, 29. Januar 2019

Von ausrutschenden Schornsteinfegern

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Von unserem Kollegen Ernst Tirckl-Wolff.

Bevor Kollege Tirckl-Wolff Dichter wurde,
wirkte er längere Zeit als Schornsteinfeger.
In vorliegendem Werke gedenkt er
des schweren und gefahrvollen Loses
seiner einstigen Kollegen.
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 Näheres zum Abbruch seiner Schornsteinfegerlaufbahn
findet man hier
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Mit Gruß
an alle Schornsteinfeger und Nichtschornsteinfeger
euer
Wilhelm von Dorten 
 

Freitag, 7. Dezember 2018

Der Reiher auf der Seifenkiste

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Ein Werk unseres Kollegen Ernst Tirckl-Wolff.


Da es ihm bislang nicht vergönnt war,
einen auf einer Seifenkiste sitzenden Reiher zu fotografieren,
nahm er das Bildnis einer auf einer Ruine sitzenden Möwe.
Sowieso kann man den Eindruck haben,
daß es Kollegen Tirckl-Wolff
mehr um den "ei"-getragenen sprachlichen Wohlklang ging
denn um einen konkreten Reiher auf konkreter Seifenkiste.

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Mit "ei"-haftem Gruße
euer
Wilhelm von Dorten

Sonntag, 2. Dezember 2018

Lesbenjagende Wespen


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Von unserem Kollegen Ernst Tirckl-Wolff.

Was da genau los ist,
versteh ich auch nicht.
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Aber so ist nun mal unser fortschrittliches politisches Geschehen:
Wenn man versucht, etwas zu verstehen,
versteht man überhaupt nix mehr
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Mit verwirrtem Gruß
Euer
Wilhelm von Dorten

Freitag, 2. Februar 2018

Authentisch posieren


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Die Wurzeln solcher weitverbreiteter „alternativen“ Fremdbestimmung ließen sich bei Bedarf von den verschiedensten Seiten her in ihrer ganzen Plastizität vorstellen und darstellen.
Der Aufbruch zur eigentlichen „Ursprünglichkeit“ beginnt meist mit einem Aufmerken: daß irgendwas nicht stimmt. Doch der Weg von solchem in diffuses Unbehagen getauchten Aufmerken bis zum merklichen Einsetzen der Fähigkeit, die eigenen Motive und Treibfedern gegenüber dem allgemeinen Mief abzugrenzen, ist hart, führt durch dichte Nebelbänke und nimmt kein Ende, da die „Fremdbestimmungsangriffe“, je mehr man sich befreit, immer sublimer werden.

Solchen Weg geht man – so man ihn geht – aus einem inneren Bedürfnis, aus einer inneren Not heraus, und er führt, ganz natürlich und „organisch“, zu einem allmählichen Heranreifen von Redlichkeit, Ursprünglichkeit, Selbstbestimmung, oder wie immer man es nennen mag, im eigentlichen Sinne.

Fromme Postulate führen höchstens zu einem sich „fortschrittlich“ gebärdenden alternativen Spießertum mit seinem unreflektierten Verheddertsein in wohlklingende Bezeichnungen wie „Toleranz“, „Authentizität“ und sonstige Edelmutsurrogate.
Viele wissen halt nicht, daß ein Unterschied besteht zwischen Wort und Inhalt, zwischen Wort und „Sache“, und gehen ganz selbstverständlich davon aus, daß sie durch häufigen Gebrauch von Wörtern wie 'Liebe', 'Toleranz', 'Geist' ganz automatisch würdige Vertreter sind von Liebe, Toleranz und Geist; was immer sie auch – so überhaupt – darunter verstehen mögen.

So entsteht ein Alternativspießertum, dessen „Authentizität“ darin besteht, daß krampfhaft äußere Formen geschaffen werden, die sich von den Formen des „Mainstream“ zu unterscheiden haben. Doch im Untergrund bleibt alles „Mainstream“; und nichts verändert sich, solange nicht viele Einzelne, statt sich von solcher ausgehöhlten Frömmelei ablenken zu lassen, sich auf den mühsamen Weg machen zu „Authentizität“ im eigentlichen Sinne.

So isses

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Mit authentischem Gruße

Euer

Wilhelm von Dorten

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